Paartherapie, Paarberatung, Psychotherapie, Coaching
Dipl. Ing. Mark B. Deuringer, Einsteinstraße 104 (bei Kieser Training), 81675 München, T. 0177 245 29 85, info@psychotherapie-mbd.de, Copyright Mark B. Deuringer 05/2017
Links zu anderen Sites
Artikel:
Psychotherapie: Verschiedene Verfahren
Analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, systemische Psychotherapie, Verhaltenstherapie und Gesprächstherapie

Psychotherapie: Ein Vertrauensverhältnis und die Beziehung zwischen Patient und Therapeut macht den größten Anteil aus
Depression, Burnout, Angststörungen, oder persönliche Lebenskrisen können eine psychotherapeutische Behandlung notwendig machen. Einen freien Platz bei einem guten Therapeuten zu bekommen, ist sehr schwierig. Und welches Verfahren ist für welchen Patienten am besten?
Fünf therapeutische Verfahren sind wissenschaftlich anerkannt: Verhaltenstherapie, analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie Gesprächspsychotherapie und systemische Therapie. Allerdings werden nur die ersten drei von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Jeder Therapeut hat ein bestimmtes Verfahren als Schwerpunkt. Die meisten beziehen aber Elemente anderer Verfahren mit ein.

Psychotherapie: Welches Verfahren ist das richtige?
Ein objektives, verallgemeinerbares Entscheidungskriterium gibt es nicht. Welche Therapieform sich jeweils eignet, hängt von den individuellen Voraussetzungen des Betroffenen ab, von der psychischen Problematik, vom Leidensdruck. Wichtig sind aber auch die Interessen und persönlichen Neigungen des Patienten: Möchte er seine Vergangenheit aufarbeiten oder in erster Linie die Probleme im Hier und Jetzt bekämpfen? Will er mit aktiven Übungen im Alltag arbeiten oder soll das Gespräch in der Therapeutenpraxis das Zentrum der Behandlung sein? Ein Kriterium bei der Wahl des Therapeuten ist aber nicht nur dessen Schwerpunktverfahren, sondern auch, auf welche psychischen Erkrankungen er spezialisiert ist.
Der Beziehungsaspekt ist ebenfalls wichtig. Das bedeutet: Kommen Patient und Therapeut überhaupt miteinander klar? Ein Vertrauensverhältnis zwischen beiden ist Voraussetzung für einen Erfolg. Stimmt die Chemie nicht, macht ein Wechsel Sinn. Patient und Therapeut haben das Recht auf Probetermine. Sie dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und der Festlegung auf ein Therapieziel. Die gesetzlichen Kassen zahlen bis zu fünf dieser Sitzungen, bei der analytischen Psychotherapie bis zu acht. Voraussetzung ist aber, dass der Therapeut über eine Kassenzulassung verfügt. Die Probesitzungen können bei unterschiedlichen Therapeuten stattfinden.
Eines müssen sich Patienten vor Therapiebeginn noch bewusst machen: Der Therapeut hat nicht die Aufgabe, nur ein Medikament zu verabreichen und man wird wieder gesund. Für den Heilungserfolg muss der Behandelte selbst aktiv mitarbeiten, vor allem an sich selbst. Das gilt für alle Verfahren. Deshalb sollte man sich schon vorab überlegen, welche Ziele man in der Therapie überhaupt erreichen möchte.
Verhaltenstherapie
Die Grundidee der Verhaltenstherapie: Aktuelle Leiden beruhen zum Teil auf eingefahrenen Vorstellungen und Reaktionsmustern, die die Betroffenen im Laufe des Lebens herausgebildet haben. Diese lassen sich jedoch wieder ändern. Bei der Verhaltenstherapie steht weniger die Vergangenheit, sondern das gegenwärtige Erleben und Verhalten des Patienten im Mittelpunkt der Behandlung. Dabei analysieren Therapeut und Patient gemeinsam das Problem und erarbeiten Veränderungsmodelle. Wer beispielsweise unter einer Phobie leidet, soll im Laufe einer Verhaltenstherapie lernen, mit seinen Ängsten besser umzugehen. Das geschieht meist in Form von kleinen Alltagsaufgaben, die der Therapeut dem Patienten zwischen den Sitzungen aufgibt. Dazu sind eine hohe Eigenmotivation und die Bereitschaft notwendig, im Alltag aktiv an der Lösung der eigenen Probleme zu arbeiten.
Analytische Psychotherapie
Dieses Verfahren geht auf Sigmund Freud zurück, den Begründer der Psychoanalyse. Es geht davon aus, dass der Mensch in der Kindheit und im Laufe seiner Entwicklung bestimmte Prägungen erfährt. Diese entscheiden darüber, wie man mit Herausforderungen oder Konflikten umgeht. Psychische Erkrankungen können das Resultat nicht bewältigter Entwicklungsschritte, aber auch innerer Konflikte oder traumatischer Erlebnisse sein.
Der Therapeut nimmt bei der Behandlung eine neutrale Rolle ein. Seine Aufgabe besteht darin, dem Patienten das Verdrängte bewusst zu machen. Das geschieht meist mit der Methode der freien Assoziation. Der Patient liegt typischerweise auf einer Couch, der Therapeut sitzt außerhalb seines Blickfeldes hinter ihm. Die Sitzungen verlaufen offen, der Patient erzählt, was ihm gerade einfällt. Auf diese Weise wiederholen sich während der Therapie typische Denk- und Beziehungsmuster des Patienten. Sie werden so für ihn und den Therapeuten bewusst erlebbar und lassen sich bearbeiten. Auf Patientenseite erfordert das Verfahren eine hohe Bereitschaft, in sich selbst hineinzusehen und die eigenen Gefühle zu beschreiben. Sitzungen finden etwa zwei- bis viermal pro Woche statt.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Beim tiefenpsychologischen Verfahren richtet sich der Blick auf das unbewusste Erleben und Verhalten des Patienten - ähnlich wie bei der Psychoanalyse, aus der es sich entwickelt hat. Nicht gelöste innere Konflikten oder Traumata bestehen bis in die Gegenwart fort, so die These, und verursachen dort die psychischen Leiden. Das Wort "tief" hat eine doppelte Bedeutung: Es bezieht sich sowohl auf die zeitliche Dimension als auch auf die Tiefe der psychischen Prozesse.
Doch obwohl die Ursache für psychische Leiden in der Vergangenheit vermutet wird, steht diese nicht per se bei der Behandlung im Vordergrund. Trotz des gleichen theoretischen Hintergrunds wie bei der analytischen Psychotherapie gibt es einige Unterschiede zwischen den beiden Verfahren. Der Therapeut gestaltet bei der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie das Gespräch aktiver, lenkt das Gespräch auf bestimmte Problembereiche und ihre Hintergründe. Zudem sitzen er und der Patient sich meist gegenüber und haben Blickkontakt. Auch das Ziel der Therapie ist ein anderes: Während die analytische Psychotherapie eher auf eine ganzheitliche Veränderung problematischer Muster abzielt, konzentriert sich der tiefenpsychologische Ansatz auf die Lösung der konkreten Problemstellungen. Sitzungen finden etwa einmal pro Woche statt.
Gesprächspsychotherapie
Dieses Verfahren - auch klientenzentrierte Psychotherapie genannt - geht davon aus, dass jeder Mensch eine Tendenz zu einer positiven Entwicklung hin besitzt, wenn die natürlichen Wachstumskräfte nicht von außen in ihrer Entfaltung gestört werden. Besonders wichtig für das Verfahren ist eine enge Beziehung und ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Therapeut, damit sie im Dialog die Probleme klären können. Zudem sollte der Betroffene bereit sein, sich selbst zu erforschen, um sich neu kennen und schätzen zu lernen.
Auf Therapeutenseite ist Empathie, Wertschätzung für die Person des Patienten und Authentizität wichtig. Der Psychotherapeut bringt seine eigenen Gefühle mit in das Verfahren ein und teilt diese seinem Gegenüber offen mit. Ausgangspunkt der Behandlung ist die aktuelle Lebenssituation des Betroffenen. Nur bei Bedarf erforschen die Beteiligten auch die Vergangenheit des Patienten. Die Gesprächspsychotherapie ist wissenschaftlich anerkannt, wurde aber von den gesetzlichen Krankenkassen noch nicht als erstattungsfähig eingestuft.
Systemische Psychotherapie
Unter diesen Begriff fällt eine Vielzahl von therapeutischen Verfahren, die unabhängig voneinander entstanden sind. Dementsprechend gibt es keinen einheitlichen Therapieablauf. Gemeinsam ist den Verfahren allerdings, dass nicht nur der Patient im Mittelpunkt steht, sondern sein gesamtes Umfeld einbezogen wird, beispielsweise seine Familie und andere wichtige Bezugspersonen. Daher auch der Name "systemisch".
Die Ursache für psychische Probleme vermuten systemische Ansätze in gestörten Beziehungs- und Kommunikationsstrukturen zwischen den beteiligten Personen. Der Therapeut versucht mit dem Patienten die Verhaltensweisen zu optimieren. Dabei kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Neben Einzelgesprächen sind Fragen in der gemeinsamen Runde häufig, bei denen Beteiligte ihre Sicht über den Stand der Beziehungen darlegen und diese zur Diskussion stellen. Ziel ist es, die Probleme durch bereits bestehende, aber versteckte Ressourcen und Fähigkeiten des Patienten zu lösen.
Systemisch arbeiten lässt sich in Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppentherapien. Die systemische Psychotherapie ist seit Dezember 2008 in Deutschland wissenschaftlich anerkannt, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten jedoch nicht. In der Regel fallen weniger Sitzungen an als bei anderen Verfahren.
Paartherapie, Paarberatung, Eheberatung
Wir streiten häufig, auch über Kleinigkeiten. Sind wir ein Fall für eine Therapie?
In jeder Beziehung muss man Einschränkungen und Kränkungen aushalten. Die Qualität einer Partnerschaft lässt sich nicht daran messen, wie viel und worüber man streitet: über die Erziehung, ob man ein Haus kaufen oder eine Familie gründen soll oder nicht, wer was im Haushalt macht. Ob eine Beziehung Hilfe braucht, sieht man vor allem daran, wie sich die Partner miteinander auseinandersetzen. In einer funktionierenden Beziehung beherrschen beide Strategien, mit denen man Konflikte bewältigt. Beide fühlen sich gleichermaßen verantwortlich für die Beziehung - und empfinden dabei auch noch Liebe, Glück und Spaß. Wenn dagegen das Gespräch zuverlässig ins Negative abgleitet und das Miteinander von Mäkeln, Verachtung, Verletzungen, Selbstverteidigung oder auch Gesprächsverweigerung geprägt wird, läuft etwas falsch.

Wer das Gefühl hat, in einer Situation zu leben, die man nur noch erträgt, statt sie zu gestalten, muss etwas ändern. Knallen Türen, fliegen Fetzen, und das stets bei denselben Themen - dann sollten Sie sich Hilfe holen. Und zwar schnell. Denn: Haben sich Paare endlich zur Therapie durchgerungen, kommen sie im Durchschnitt sechs Jahre zu spät - also erst dann, wenn sich die Probleme schon verfestigt haben und eine Lösung äußert kraftaufwändig ist.
Gibt es unterschiedliche Arten der Paartherapie?
Ja. Bei der Paartherapie werden drei Ansätze unterschieden, die Studien zufolge gleichermaßen wirkungsvoll sind: die Verhaltenstherapie, die systemische und die tiefenpsychologische Paartherapie. Die Verhaltenstherapie versucht ungünstige Handlungsmuster in der Beziehung aufzudecken und Alternativen zu erarbeiten. Systemische Therapie versucht das festgefahrene Beziehungsgefüge aufzurütteln und verschüttete Stärken wiederzubeleben. Was glauben Sie, was denkt Ihr Mann, warum Sie sich so verhalten? Der tiefenpsychologische Ansatz versucht die Verstrickung der Partner zu lösen, indem er in der Kindheit erlernte, unbewusste Gefühlsmuster klärt. Die meisten Paartherapeuten haben zwar eine bestimmte Ausrichtung, arbeiten aber schulenübergreifend. Welcher Ansatz für welches Paar am besten geeignet ist - dafür gibt es kein Patentrezept, denn das kommt weniger auf das Problem, sondern vielmehr auf die Einstellung der Partner an.
Wie finden wir einen Therapeuten, der zu uns passt?
Die Berufsbezeichnungen Paartherapeut, Eheberater und Paarberater sind nicht geschützt - sie setzen keinerlei Qualifikationen voraus. Anders die Angabe "Psychotherapeut". Sie ist seit 1999 geschützt und garantiert eine fundierte Therapie-Ausbildung. Oft können Hausarzt oder Freunde jemanden empfehlen. Manchmal braucht es zwei, drei Anläufe, bis man den für beide Passenden gefunden hat. Wenn allerdings auch der vierte Therapeut nicht gut genug ist, sollten Sie sich fragen, ob Sie vielleicht unbewusst versuchen, eine Therapie zu vermeiden.
Was passiert eigentlich bei einer Paartherapie?
Bei einer Paartherapie blickt ein Therapeut unparteiisch von außen auf die Beziehung. Er wird zu einer Art Übersetzer, wenn die Partner kaum mehr dieselbe Sprache sprechen. Beim ersten Treffen ist es oft sinnvoll klarzustellen, was jeder Partner sich von der Therapie erhofft. Wollen beide wieder zusammenfinden? Denkt einer an Trennung? Manche Paare gehen auch nur aus dem Grund zum Paartherapeuten, um sich möglichst friedlich zu trennen. Ist das Therapieziel festgelegt, rücken die Probleme in den Mittelpunkt: Wie sind sie entstanden? Wie gut hört einer dem anderen überhaupt noch zu? Wie redet, wie streitet das Paar? Im Normalfall umfasst eine Therapie zwischen zehn und 15 Sitzungen. Erfolgreich war eine Therapie dann, wenn beide Partner verstehen, was sie zur Krise beitragen und wie sie die alten Handlungsmuster durchbrechen können.
Was bringt eine Paartherapie?
Nach 15 Sitzungen verbessert sich bei jedem zweiten Paar die Beziehung: Es geht beiden Partnern wenigstens über zwei Jahre lang besser. Bei einem knappen Drittel wirkt Paartherapie nur kurzfristig, das heißt kürzer als sechs Monate. 15 Prozent trennen sich trotz Therapie - allerdings sagen fast alle dieser Paare, dass die Trennung durch die Therapie friedlicher verlief. Eine Paartherapie verbessert den allgemeinen Gesundheitszustand. Klagten vor der Paartherapie 80 Prozent der Befragten über körperliche Beschwerden, war es nach der Therapie nur noch jeder Fünfte. Wenn einer der Partner psychisch krank ist, kann die Genesung durch Paartherapie unterstützt werden. Das gilt besonders für Depressionen, Angststörungen und Suchtkrankheiten. In diesen Fällen übernehmen die Krankenkassen sogar einen Teil der Kosten.

Auch Präventionskurse sind wirksam: Fast zwei Drittel der Teilnehmer waren ein Jahr nach dem Training in ihrer Partnerschaft glücklicher als zuvor. Sie gaben an, seit dem Training besser mit Stress umgehen zu können und Konflikte schneller zu lösen. Dieser Effekt hält etwa zwei
Coaching boomt. Jeder zweite Manager hat sich in den vergangenen fünf Jahren coachen lassen. Die Menschen lassen sich heute in allen Lebenslagen und Lebensfragen begleiten und beraten, angefangen bei der Gesundheit und der Ernährung, bis hin
zur Partnerschaft und ihrem Sex, beim Image und in Stilfragen, bei Kapital und Kompetenz. Und natürlich bei der Karriere. Ob in Team- oder Einzelcoachings: Überall geht es darum, besser zu werden, Schwächen zu erkennen, sie auszubügeln, Stärken zu
stärken, noch mehr aus sich heraus zu holen. Selbstoptimierung heißt das im Fachjargon...
Was ist Coaching
Dahinter steckt häufig der Druck nicht zu genügen und zu wenig Leistung zu erbringen
Instinktiv spüren alle: Die Wirtschaft und allgemein das Arbeitsleben, beschleunigt sich immer schneller, Laufbahnen werden komplexer, die Leute wechseln öfter den Job. Nicht immer passiert das freiwillig.
Gleichzeitig wächst der Druck. Die sogenannte Halbwertzeit des eigenen Könnens und Wissens nimmt kontinuierlich ab. Für viele stellt das eine veritable Bedrohung dar, die sie zu mehr Initiative und Eigenverantwortung nötigt: Wer sich nicht um seine
Karriere kümmert, wer nicht Schritt hält, der kann scheitern und ist daran am Ende auch irgendwie selber schuld.
Das Tragische daran: Beseelt vom ständigen Bedürfnis ein besserer Mensch zu werden, bleiben wir zugleich behaftet als Menschen in permanenter Not - halbwertig, mangelhaft.
Sind Sie schon bereit für einen Coach?
Sie denken über ein Coaching nach? Dann fragen Sie sich auch, ob Sie zu den folgenden Punkten nicken, beziehungsweise zustimmen können:
Sind sie bereit, sich zu ändern? Wer glaubt, schon ziemlich perfekt zu sein, sucht eher Bestätigung. Coaching aber führt Sie in der Regel aus Ihrer Komfortzone heraus, stellt sie vor neue Herausforderungen und zwingt sie, mehr
Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen.
Freuen Sie sich auf neue Perspektiven? Ein guter Coach, wird Ihnen dabei helfen, Horizonte zu erweitern, neue Ziele zu entdecken und zu setzen. Damit daraus ein Erfolg wird, sollten Sie nicht nur Veränderungswille mitbringen, sondern
echten Abenteuerwillen. Die Lust und Neugier darauf, Neues zu lernen. Das ist etwas anderes als: "Na gut, dann probier ich das halt mal..."
Sind Sie bereit, die Wahrheit zu hören? Vor allem dann, wenn es weh tut? Ein guter Coach wird Ihnen den Spiegel vorhalten, womöglich auch Kritik üben. Zwar immer konstruktiv, aber wirken kann das nur, wenn Sie nicht sofort in die
Defensive gehen, zuhören und das Gehörte ehrlich reflektieren.
Sie offen gegenüber sich selbst? Der Punkt ist mit den ersten beiden verwandt, geht aber einen Schritt weiter: Er bedeutet, dass Sie sich wirklich auf Ihr neues Bild von sich einlassen, sich dafür engagieren. Aber auch ein komplettes und
ehrliches Bild Ihrer aktuellen Situation akzeptieren.
Sind Sie aufmerksam gegenüber anderen? Ein umfassendes Coaching beinhaltet auch Ihre Wirkung auf andere, den Abgleich von Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Auch dazu benötigt der Coachee Offenheit und
Reflexionsvermögen. Andernfalls bleibt das Coaching inhaltlich eher schmalspurig.
Ein Coach für alle Fälle: Was ist Coaching?
Wer indes zum Coach geht, der tut etwas dagegen, der dokumentiert: Ich unternehme etwas, und ich bin bereit, dafür entsprechende Mittel zu investieren!
Falls der Arbeitgeber den Coach bezahlt, heißt das oft sogar nichts weniger als: Das bist du uns wert, denn wir sehen nicht nur deine Fehler, sondern vor allem dein Potenzial.
Entsprechend hat sich das Image des Gecoachtwerdens gewandelt: Wer sich einen persönlichen Ratgeber leistet, der gilt nicht mehr als ein Jemand mit Macken, sondern als Macher mit Möglichkeiten.
Zudem ist Coaching bequem:
Der Coachee bekommt einen privaten Schutzraum, in dem er ohne großes Karriererisiko an sich arbeiten kann.
Der Coach verdient gutes Geld, indem er den Mächtigen souffliert und dabei selbst ein wenig Macht inhaliert.
Die Personalmanager wiederum delegieren müßige Personalentwicklungsarbeit und haben obendrein das gute Gefühl, etwas für die Motivation der Mitarbeiter getan zu haben.
So gesehen: eine perfekte Win-Win-Situation, jedenfalls auf den ersten Blick.
Mit intimen Geständnissen auf der Couch hat Coaching jedoch herzlich wenig zu tun. Der Coach ist eher eine Art Trainer (im Sport heißt er bezeichnenderweise ja auch "Coach"), der seinem Gegenüber, dem Coachee, dabei hilft, das Beste aus sich
herauszuholen - wenn es sein muss, auch schonungslos ehrlich.
Allerdings kann der Coach dabei nur vorhandene Begabungen wecken, Impulse geben, auf Verbesserungen in der Praxis hinarbeiten. Aus einem verschlossenen Eigenbrötler eine Rampensau machen, kann er nicht. Er trainiert auch nicht neue
Fähigkeiten ein oder prüft diese ab. Ebenso wenig kann er die Arbeit eines Psychotherapeuten ersetzen. Kindheitstraumata, Angstzustände, Depressionen, Sucht oder die Behandlung eines Burnouts sind nicht sein Einsatzgebiet und sollte ihm ohne
entsprechende Ausbildung auch nicht überlassen werden.
Ein sinnvolles Coaching entwickelt sich vielmehr zu einem Dialog auf Augenhöhe, bei dem der Coach, fragt, nachhakt und genau hinhört. Er gibt weniger eigene Lösungs-Ratschläge vor, sondern lässt sie seinen Coachee selber finden. Kurzum: Es geht
darum, herauszufinden, was der Coachee wirklich will.
Ohne diese 3 Persönlichkeitsmerkmale funktioniert kein Coaching
Beweglichkeit. Wer nur hören will, dass er Vieles richtig macht, braucht keinen Coach, sondern Fans. Wer dagegen um seine Imperfektionen weiß und diese verändern will sowie bereit ist, bisherige Komfortzonen zu verlassen, kann aus dem
Coaching das Maximum herausholen.
Kritikfähigkeit. Hand aufs Herz: Können Sie die Wahrheit ertragen? Und zwar ohne gleich in die Defensive zu gehen und sich zu rechtfertigen? Denn darauf kommt es an, wenn Sie dazu lernen wollen. Wer nicht will, findet Gründe - wer will,
findet konstruktive Wege.
Achtsamkeit. Das heißt nicht nur, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und eigene Verhaltensmuster reflektiert wahrzunehmen. Achtsamkeit umfasst auch die Bereitschaft, ständig neue Perspektiven einzunehmen, um aus diesen
Unterschieden zu lernen und daran zu wachsen. Denn alles Leben ist Stückwerk.
Interview Neckermann-Reisen mit Mark B. Deuringer, Paartherapeut, Heilpraktiker für Psychotherapie und Coach
Abfahrt zum Flughafen
Endlich ist der Tag gekommen. Der Urlaub steht an. Nur wartet der Flieger eben nicht - und schon wird Stress- zu Streitpotential. Nämlich dann, wenn ein Partner gern in Richtung Flughafen aufbrechen möchte, um nicht in Verzug zu
geraten, der andere sich dagegen Zeit lässt. Letzte Feinjustierungen am Gepäck. Hier hat er noch etwas vergessen, dort muss er noch etwas prüfen. Ein lautes Wort. Zwei. Drei. Streit…

Der Expertenrat:
“Treten Sie ruhig und bestimmt auf. Mahnen Sie kurz, dass es jetzt wirklich Zeit ist, zum Flughafen zu fahren. Lassen Sie beim Packen lieber etwas weg, als den Flug zu verpassen und ganz auf den Urlaub zu verzichten. Idealerweise
planen Sie alles und stimmen sich im Vorfeld ab. So kommt es meist gar nicht zu einem solchen Szenario.”

Ungewohnte Zweisamkeit
Die Arbeit. Der Nachwuchs. Dazu Freunde, vielleicht der Sport - im Alltag bleibt Paaren bei all den Aufgaben und Terminen nicht viel Zeit für intensive Kommunikation. Im Urlaub sieht das im Idealfall ganz anders aus. Endlich Zeit
füreinander. Von morgens bis abends. Verbringen wir plötzlich 24 Stunden miteinander, steigt aber auch das Konfliktpotenzial. Plötzlich ärgern uns Dinge, die uns vorher gar nicht aufgefallen sind oder die uns vorher - sprich: weniger
geballt - überhaupt nicht gestört haben (z.B. Unordnung, Haare im Waschbecken, Schlürfen beim Trinken etc.). Und jetzt?

Der Expertenrat:
“Den Partner pausenlos um sich zu haben, mag Ihnen wie eine Herausforderung erscheinen. Sehen Sie die Zeit vielmehr als Chance, sich intensiver miteinander zu befassen als sonst. So sind Sie ganz beim Partner und dessen
Bedürfnissen. “Gut miteinander umgehen“ lautet das Motto - aber natürlich nicht nur im Urlaub. Denn eine gute Beziehung braucht Kommunikation. Üben Sie sie deshalb bereits zu Hause. Tauschen Sie sich regelmäßig aus und
erklären Sie einander, was Ihnen jeweils wichtig ist. Das lässt sich auf den Urlaub übertragen.”

Unterschiedliche Vorstellungen
Der eine will, der andere will. Nur wollen beide nicht dasselbe. Hier Sport, dort Entspannung. Hier Kultur, dort Shopping. Unterschiedliche Vorstellungen sind normal, führen aber gerade im Urlaub schnell zu Konflikten, wenn keine
Einigung in Sicht ist.

Der Expertenrat:
“Oft wird der Anspruch auf Erholung ganz unterschiedlich definiert. Dann geht es um gegenseitige Rücksichtnahme. Darum ist es wichtig, idealerweise schon im Vorfeld zu erkennen, was der jeweils andere für einen gelungenen Urlaub
benötigt, um gemeinsam einen gelungenen Urlaub zu verleben. Stimmen Sie die Urlaubsplanung deshalb auf die Bedürfnissen beider ab. Sind die Vorstellung zu unterschiedlich, kann man für einen Urlaub auf den einen und beim
nächsten auf den anderen eingehen. Möchte beispielsweise einer Tennis spielen, der andere ans Meer, besteht zudem die Möglichkeit, dass sich ein Partner vor Ort einen Tennispartner sucht, während der andere baden geht. Sprechen
Sie derlei Pläne aber vor dem Urlaub ab.

Der Urlaub verläuft nicht, wie vorgestellt
Natürlich haben Sie vor dem Urlaub ein Traumszenario vor Augen. Hotel, Essen, Gespräche, Urlaubsort, die Menschen und der Strand - alles soll, alles wird perfekt sein. Hin und wieder entfernt sich die Realität dann allerdings doch von
der Idealvorstellung. Auch im Urlaub. Beispielsweise stellt sich das Restaurant am Strand oder in der Innenstadt doch nicht als authentische Urlaubserfahrung mit einheimischen Spezialitäten heraus. Das schafft Ärger - der sich mitunter
am Partner entlädt.

Der Expertenrat:
“Bewahren Sie zunächst klaren Kopf und suchen Sie die Schuld keinesfalls beim Partner. Unternehmen Sie stattdessen gemeinsam beispielsweise einen kurzen Ausflug an einen schönen Ort der Umgebung und machen Sie das
Beste aus der Situation. Grundsätzlich gilt ohnehin: je höher die Erwartungen, desto schwerer sind sie zu erfüllen. Höchste Erwartungen können in der Realität meist nur enttäuscht werden. Den Partner allein für die Enttäuschung
eigener Erwartungen verantwortlich zu machen, führt zu noch mehr Stress.”


Zu hohe Erwartungen an den Partner
Vielleicht haben Sie den Urlaub als Chance wahrgenommen. Als Chance, wieder intensiver, tiefgründiger mit dem Partner zu sprechen. Am Urlaubsziel angekommen, bleiben intensive Unterhaltungen dann aber weitestgehend aus. Der
Partner möchte entspannen, lesen, baden, Sport treiben, Schlaf nachholen. Dabei hatten Sie mit mehr Nähe gerechnet.

Der Expertenrat:
“Im Vergleich zum Alltag vereinfacht der Urlaub das Führen intensiver Gespräche oder das Finden von Nähe nicht. Definieren Sie deshalb Im Vorfeld klar, was beide im Urlaub voneinander erwarten. Denn Gespräche, die im Alltag nie
geübt wurden und stattgefunden haben, gehen im Urlaub nicht plötzlich leicht von der Hand. Klären Sie vorher ab, dass Sie den Urlaub für intensive Unterhaltungen nutzen möchten, schenken Sie sich und Ihrem Partner die
Möglichkeit, sich langsam - auch zuhause - an diese Art der Kommunikation zu gewöhnen.”


Einer ist nicht bereit für den Urlaub
Gerade erst ist die Bürotür ins Schloss gefallen, da geht es bereits in den Zug Richtung Flughafen und von dort direkt in den Urlaub. Mit im Gepäck: die Arbeit. Der Stress. Vorort reizt ständig der Blick in die Arbeitsmails, der schnelle
Anruf im Büro. Abschalten funktioniert nur bedingt - und Partner und die Familie reagieren irgendwann (zurecht) mehr als genervt.

Der Expertenrat:
“Gönnen Sie sich vor dem Urlaub zunächst einen zusätzlichen Tag zu Hause. Ist die Arbeit dennoch auch im Urlaub stets präsent, ist das das größte Gift für den Urlaub. Nur der komplette Abstand von Emails und Projekten hilft, voll
zu regenerieren, sich zu erholen und danach wieder komplett belastbar zu sein. Interveniert die Arbeit ständig mit dem Urlaub, stellt das Paare vor eine nahezu unlösbare Aufgabe - selbst wenn nur einer von beiden betroffen ist. Zumal
auch die Leistungsfähigkeit im Job unter zu wenigen Auszeiten leidet. Deshalb sollte der Betroffene seinem Partner und seiner Gesundheit zuliebe mit seinem Vorgesetzten sprechen und Klarheit schaffen.”



Interview: “Vermeiden Sie Grundsatzdiskussion”

Mark B. Deuringer leitet seine eigene Praxis für Paartherapie, Paarberatung, Psychotherapie und Life Coaching in München <http://www.psychotherapie-mbd.de/>. Neckermann Reisen erklärt der Paartherapeut Mark Deuringer, wie
Paare den Übergang vom Alltag in den Urlaub streitfrei meistern, wie gemeinsames Planen Streit vermeidet und wie Sie Konflikte im Urlaub beenden.

Inwiefern unterscheidet sich der Urlaub in Sachen Streit vom Alltag?

Der Alltag erschwert die Beziehung. Beide Partner arbeiten, haben Stress. Oft bleibt kaum Zeit für Gespräche und den für die Beziehung wichtigen Informationsaustausch: “Wie ticke ich und was brauche ich von dir? Wie tickst du und
was brauchst du von mir?“ Man balanciert durch den Alltag. Kommt dann der Urlaub, fallen die ablenkenden Faktoren wie Arbeit oder Haushalt weg. Plötzlich bemerkt man den mangelnden Abgleich zwischen den eigenen Bedürfnissen
und denen des Partners, der eigentlich täglich stattfinden soll. Im Alltag mangelt es an Übung, sich abzustimmen, aufeinander ein- und zuzugehen. Das überträgt sich auf den Urlaub.

Welche Situationen sollten Paare im Urlaub unbedingt vermeiden, um Streit zu vermeiden?

Vermeiden Sie Pauschalisierungen, vor allem Grundsatzdiskussionen über vermeintlich fehlerhafte Persönlichkeitsmerkmale (z.B. “du warst schon immer rücksichtslos”). So können Sie nichts klären. Die Abwertungen sind so massiv,
dass es schwierig wird, den Urlaub trotzdem gut zu verleben. Ist die Sensibilität zwischen Paaren weniger ausgeprägt, kann man schon im Vorfeld ein Zeichen (Hand heben, etc.) vereinbaren, bei dem der andere sofort merkt, dass er
jetzt nicht weitermachen soll.


Oft genügen im Urlaub Kleinigkeiten für einen großen Streit. Woran liegt das?

Streitigkeiten, die sich an Kleinigkeiten entzünden, sind meist auf ein mangelndes und nicht rechtzeitiges Aufarbeiten von bereits schwelenden, aber noch nicht ausgesprochenen Konflikten zurückzuführen. Sie haben nicht zwingend
unmittelbar mit dem Streitthema zu tun, sind nur Auslöser (Trigger) eines tieferen Problems, das im Alltag bisher nicht oder nicht ausreichend thematisiert wurde.


Was kann man tun, wenn man bemerkt, dass Ärger auf den Partner hochkommt?

Bleiben Sie vor allem ruhig. Schließlich wollen Sie sich erholen. Gelingt es, vermitteln Sie dem Partner dennoch klar, dass Sie gerade verletzt wurden. Abstrakter ist das Thema bei wiederholten Handlungsweisen des Partners, die man
als rücksichtslos empfindet oder die einem auf die Nerven gehen. Hier braucht es eine kurze, aber klare Aussage darüber, was stört oder verletzt. Kann die Problematik im Urlaub nicht geklärt werden, können Sie bis Urlaubsende einen
sogenannten “Friedensvertrag“ schließen. Wichtig ist aber, dass Sie zu Hause weiter an der Problematik arbeiten, um den oder die Konflikte zu lösen.


Was kann man tun, wenn man bemerkt, dass im Partner Ärger hochkommt?

Allein das Erkennen von sich aus geht in die richtige Richtung. Denn Liebe hat auch mit dem “Hinfühlen zum Partner“ zu tun: sich dessen zu besinnen und “hinspüren“, wie sich der andere gerade fühlt, ist eine wichtige
“Liebeskomponente“. Die Frage zu stellen: “Habe ich Dich eben verletzt?“, oder “bin ich jetzt zu weit gegangen?“, wird eher eine Klärung und Beruhigung einleiten, als darüber hinweg zu sehen.


Was können Paare tun, um den Streit schnellstmöglich zu beenden?

Sind die Parameter der Streitkultur unterschiedlich, ist es gerade für denjenigen mit der “lachseren“ Streitkultur schwieriger. Meist geht es dann um das “Recht haben“ und in der weiteren Eskalation um das “Recht bekommen“ (d.h. ich
habe möglicherweise nicht Recht, will aber Recht bekommen). Nur müssen immer beide Partner zur Beendigung beitragen. Wenn das vereinbarte Zeichen oder der Hinweis, das Problem zu Hause zu klären, nicht fruchtet, der Streit
weiter eskaliert, muss einer mittels des “Eskalationsprozedur“ (EP) aussteigen: Dabei sage ich dem Partner, er soll mich nicht weiter verletzen, mir Vorwürfe machen, etc. Es fruchtet nicht. Also teile ich dem Partner mit, dass ich den
Raum verlassen werde, wenn er/sie nicht aufhört. Es fruchtet immer noch nicht. Nun muss ich konsequent sein und den Raum verlassen. Distanz ist zwar keine Lösung für den Konflikt, die Unterbrechung des Streits aber erst einmal
notwendig, um überhaupt einen Anfang für einen Lösungsansatz zu finden.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
-

Interview: "Vermeiden Sie Grundsatzdiskussionen"
Mark B. Deuringer leitet in der Einsteinstr. 104 in München seine eigene Praxis für Paartherapie, Paarberatung, Psychotherapie und Life Coaching. Neckermann Reisen erklärt der Paartherapeut, wie Paare den Übergang vom Alltag in
den Urlaub streitfrei meistern, wie gemeinsames Planen Streit vermeidet und wie Sie Konflikte im Urlaub beenden.

Inwiefern unterscheidet sich der Urlaub in Sachen Streit vom Alltag?
Der Alltag erschwert die Beziehung. Beide Partner arbeiten, haben Stress. Oft bleibt kaum Zeit für Gespräche und den für die Beziehung wichtigen Informationsaustausch: "Wie ticke ich und was brauche ich von dir? Wie tickst du und
was brauchst du von mir?". Man balanciert durch den Alltag. Kommt dann der Urlaub, fallen die ablenkenden Faktoren wie Arbeit oder Haushalt weg. Plötzlich bemerkt man den mangelnden Abgleich zwischen den eigenen Bedürfnissen
und denen des Partners, der eigentlich täglich stattfinden soll. Im Alltag mangelt es an Übung, sich abzustimmen, aufeinander ein- und zuzugehen. Das überträgt sich auf den Urlaub.

Welche Situationen sollten Paare im Urlaub unbedingt vermeiden, um Streit zu umgehen?
Vermeiden Sie Pauschalisierungen, vor allem Grundsatzdiskussionen über vermeintlich fehlerhafte Persönlichkeitsmerkmale (z. B. "du warst schon immer rücksichtslos!"). So können Sie nichts klären. Die Abwertungen sind so massiv,
dass es schwierig wird, den Urlaub trotzdem gut zu verleben. Ist die Sensibilität zwischen Paaren weniger ausgeprägt, kann man schon im Vorfeld ein Zeichen (Hand heben, etc.) vereinbaren, bei dem der andere sofort merkt, dass er
jetzt nicht weitermachen soll.

Oft genügen im Urlaub Kleinigkeiten für einen großen Streit. Woran liegt das?
Streitigkeiten, die sich an Kleinigkeiten entzünden, sind meist auf ein mangelndes und nicht rechtzeitiges Aufarbeiten von bereits schwelenden, aber noch nicht ausgesprochenen Konflikten zurückzuführen. Sie haben nicht zwingend
unmittelbar mit dem Streitthema zu tun, sind nur Auslöser (Trigger) eines tieferen Problems, das im Alltag bisher nicht oder nicht ausreichend thematisiert wurde.

Was kann man tun, wenn man merkt, dass Ärger im Partner hoch kommt?
Bleiben Sie vor allem ruhig. Schließlich wollen Sie sich erholen. Gelingt es, vermitteln Sie dem Partner dennoch klar, dass Sie gerade verletzt wurden. Abstrakter ist das Thema bei wiederholten Handlungsweisen des Partners, die man
als rücksichtslos empfindet oder die einem auf die Nerven gehen. Hier braucht es eine kurze, aber klare Aussage darüber, was stört oder verletzt. Kann die Problematik im Urlaub nicht geklärt werden, können Sie bis Urlaubsende einen
sogenannten "Friedensvertrag" schließen. Wichtig ist aber, dass Sie zuhause weiter an der Problematik arbeiten, um den oder die Konflikte zu lösen.

Was kann man tun, wenn man bemerkt, dass im Partner Ängste hoch kommen?
Allein das Erkennen von sich aus geht in die richtige Richtung. Denn Liebe hat auch mit dem "Hinfühlen zum Partner" zu tun: Sich dessen zu besinnen und "hinzuspüren", wie sich der andere gerade fühlt, ist eine wichtige
"Liebeskomponente". Die Frage zu stellen: "Habe ich Dich eben verletzt?", oder "Bin ich jetzt zu weit gegangen?", wird eher eine Klärung und Beruhigung einleiten, als darüber hinweg zu sehen.

Was können Paare tun, um den Streit schnellstmöglich zu beenden?
Sind die Parameter der Streitkultur unterschiedlich, ist es gerade für denjenigen mit der "laxeren" Streitkultur schwieriger. Meist geht es dann um das "Recht haben" und in der weiteren Eskalation um das "Recht bekommen" (d. h. ich
habe möglicherweise nicht Recht, will aber Recht bekommen). Nur müssen immer beide Partner zur Beendigung beitragen. Wenn das vereinbarte Zeichen oder der Hinweis, das Problem zuhause zu klären, nicht fruchtet, der Streit
weiter eskaliert, muss einer mittels der "Eskalationsprozedur" (EP) aussteigen: Dabei sage ich dem Partner, er soll mich nicht weiter verletzen, mir Vorwürfe machen, etc. Es fruchtet nicht. Also teile ich dem Partner mit, dass ich den
Raum verlassen werde, wenn er/sie nicht aufhört. Es fruchtet immer noch nicht. Nun muss ich konsequent sein und den Raum verlassen. Distanz ist zwar keine Lösung für den Konflikt, die Unterbrechung des Streits aber erst einmal
notwendig, um überhaupt einen Anfang für einen Lösungsansatz zu finden.